Chor-Lexikon

Die wichtigsten Begriffe aus Chorprobe und Notenblatt, kurz und verständlich erklärt.

A

A cappella
Gesang ohne Instrumentalbegleitung. Der Begriff kommt aus dem Italienischen („wie in der Kapelle“). A-cappella-Chöre üben besonders viel mit Teach Tapes, weil kein Instrument die Töne stützt.
Alt
Tiefe Frauen- oder Knabenstimme. Der typische Chorumfang reicht etwa von f bis d″. Im Chorsatz SATB ist der Alt die zweite Stimme von oben.
Arrangementauch: Bearbeitung, Chorsatz
Bearbeitung eines Musikstücks für eine bestimmte Besetzung, zum Beispiel ein Popsong für vierstimmigen Chor. Ein Arrangement ist urheberrechtlich eigenständig geschützt, auch wenn das Original gemeinfrei ist.
Atemzeichen
Kleines Komma oder Häkchen über dem Notensystem, das eine Atemstelle markiert. Chorleitungen legen Atemstellen oft gemeinsam fest, damit der Chor nicht mitten im Wort atmet.

B

Bariton
Männerstimme zwischen Tenor und Bass, etwa von A bis f′. Im gemischten Chor singen Baritone je nach Höhe im Tenor oder im Bass mit, im Männerchor oft als eigene Stimme.
Bass
Tiefste Männerstimme, im Chor etwa von E oder F bis d′. Der Bass bildet das Fundament der Harmonie.

C

Chorleitungauch: Chorleiter·in, Dirigent·in
Person, die den Chor musikalisch leitet: Sie wählt das Repertoire aus, plant und leitet die Proben und dirigiert die Auftritte. In vielen Chören übernimmt sie auch organisatorische Aufgaben.

D

Divisi
Anweisung, dass sich eine Stimmgruppe vorübergehend teilt, zum Beispiel in Sopran 1 und Sopran 2. Das Gegenteil heißt „unisono“.
Dynamik
Lautstärke und ihre Veränderung, angegeben mit Zeichen wie p (piano, leise), f (forte, laut), crescendo (lauter werdend) und decrescendo (leiser werdend).

E

Einsingen
Aufwärmen der Stimme vor Probe oder Konzert mit Atem-, Summ- und Tonleiterübungen. Schon fünf bis zehn Minuten schützen die Stimme und verbessern Klang und Intonation.

F

Fermate
Bogen mit Punkt über einer Note oder Pause. Sie bedeutet: Ton oder Pause länger halten, bis die Chorleitung abwinkt.

G

Generalprobe
Letzte Probe vor einem Konzert, möglichst im Konzertraum und in Konzertreihenfolge. Viele Chöre machen die Teilnahme an der Generalprobe zur Bedingung für das Mitsingen im Konzert.

I

Intonation
Die Genauigkeit der Tonhöhe. Ein Chor „intoniert sauber“, wenn alle Töne richtig sitzen und der Chor über ein Stück hinweg nicht absinkt oder steigt.

K

Kammertonauch: Stimmton, a′
Referenzton zum Stimmen, in der Regel a′ mit 440 Hertz. Viele Orchester stimmen etwas höher, auf 442 oder 443 Hertz. Chöre nehmen den Anfangston oft mit einer Stimmgabel ab.
Kanon
Mehrstimmiges Stück, bei dem alle dieselbe Melodie singen, aber zeitversetzt einsetzen. Ein beliebter Einstieg in das mehrstimmige Singen.
Klavierauszug
Notenausgabe, in der eine Orchesterbegleitung für Klavier zusammengefasst ist, zusammen mit den Chorstimmen. Chöre proben größere Werke wie Oratorien meist aus dem Klavierauszug.

M

Mezzosopran
Frauenstimme zwischen Sopran und Alt, etwa von a bis f″. Im Chor singen Mezzosoprane je nach Bedarf im Sopran 2 oder im Alt 1.

P

Partitur
Notenausgabe, in der alle Stimmen eines Stücks untereinander stehen. So sieht man, was jede Stimme gleichzeitig singt oder spielt.
Probenplan
Übersicht über Termine und Inhalte der Proben bis zu einem Konzert. Ein guter Probenplan wird vom Konzerttermin aus rückwärts erstellt, siehe Chorproben planen.

S

SATB
Abkürzung für die vierstimmige gemischte Chorbesetzung: Sopran, Alt, Tenor, Bass. Andere Besetzungen heißen entsprechend, zum Beispiel SSA für einen dreistimmigen Frauenchor oder TTBB für einen vierstimmigen Männerchor.
Sopran
Höchste Frauen- oder Knabenstimme, im Chor etwa von c′ bis a″. Im gemischten Chor singt der Sopran meist die Melodie.
Stimmbildung
Training von Atmung, Stimmsitz und Klang, einzeln oder in der Gruppe. Stimmbildung macht die Stimme belastbarer und den Chorklang homogener.
Stimmführungauch: Stimmführer·in
Sänger·in, die eine Stimmgruppe anleitet, zum Beispiel bei Stimmproben, beim Verteilen von Übe-Material oder als Ansprechperson für die Chorleitung.
Stimmgruppeauch: Stimmlage, Register
Alle Sänger·innen eines Chors, die dieselbe Stimme singen, etwa der Alt oder der Tenor. Die Stimmgruppe ergibt sich aus Stimmumfang und Klangfarbe.

T

Teach Tapeauch: Übe-Track, Übe-MP3, Learning Track
Übe-Aufnahme für eine einzelne Chorstimme, in der diese Stimme hervorgehoben ist. Damit lernen Sänger·innen ihre Partie zu Hause. Ausführlich erklärt im Artikel Teach Tapes für Chöre.
Tenor
Hohe Männerstimme, im Chor etwa von c bis a′. Tenornoten stehen meist im oktavierten Violinschlüssel, klingen also eine Oktave tiefer als notiert.
Tutti
Italienisch für „alle“: Alle Stimmen oder der ganze Chor singen gemeinsam, im Gegensatz zu einer Solo- oder Divisi-Stelle.

U

Unisono
Alle singen dieselbe Melodie, ohne Aufteilung in verschiedene Stimmen. Männer und Frauen singen dabei oft im Oktavabstand.

V

Vom Blatt singenauch: Prima vista
Ein Stück direkt aus den Noten singen, ohne es vorher gehört zu haben. Eine Fähigkeit, die mit regelmäßigem Mitlesen beim Üben wächst.

Mehr im Ratgeber

Wie du mit Teach Tapes übst, deine Chorstimme zu Hause lernst und Chorproben planst, steht im Ratgeber.

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